„Seit dem Update finde ich nichts mehr“
Frau E., 78 · Mödling · rund 90 Minuten
Die Situation: Nach einer automatischen Aktualisierung sah der Startbildschirm plötzlich anders aus: Symbole verschoben, Schrift winzig. Aus Angst, etwas falsch zu machen, hat sie das Handy eine Woche lang nur noch läuten lassen.
Was ich gemacht habe: Ich habe Schrift und Symbole vergrößert, die vier Apps, die sie wirklich braucht, auf die erste Seite geholt und den Rest in einen Ordner geräumt. Tochter und Enkelin sind jetzt als Favoriten mit Foto hinterlegt – einmal aufs Gesicht tippen, und es läutet.
Heute: Sie telefoniert und verschickt wieder selbst Fotos. Vor dem nächsten großen Update schaue ich kurz mit ihr drüber.
Der Anruf vom angeblichen „Microsoft-Techniker“
Herr F., 82 · Wien-Liesing · rund 2 Stunden
Die Situation: Am Telefon meldete sich ein sehr freundlicher Herr: Auf dem Computer seien Viren, er helfe gerne. Schritt für Schritt lotste er ihn zu einem Fernwartungsprogramm. Herr F. hat mittendrin aufgelegt – aber die Unsicherheit blieb: Was, wenn die jetzt alles sehen?
Was ich gemacht habe: Ich habe den Rechner gründlich geprüft, das installierte Fernwartungsprogramm entfernt und gemeinsam mit ihm die wichtigsten Passwörter geändert. Danach habe ich in Ruhe mit ihm besprochen, woran man solche Anrufe erkennt – und drei Sätze in großer Schrift neben das Telefon gelegt: auflegen, nichts installieren, bei mir nachfragen.
Heute: Zwei Monate später kam derselbe Anruf noch einmal. Er hat nach zehn Sekunden aufgelegt und mir hinterher lachend davon erzählt.
Das Tablet, das ein Jahr in der Schublade lag
Frau S., 84 · Perchtoldsdorf · zwei Termine
Die Situation: Zu Weihnachten hatten die Kinder ein Tablet geschenkt, damit man sich beim Telefonieren auch sehen kann. Eingerichtet wurde es beim Verabschieden in einer knappen Viertelstunde – danach lag es fast ein Jahr unberührt in der Lade.
Was ich gemacht habe: Ich habe es mit dem WLAN verbunden, auf große Symbole umgestellt und einen Videoanruf eingerichtet, der mit einem einzigen Tippen startet. Dann hat sie geübt: dreimal angerufen, dreimal abgehoben – und einmal absichtlich falsch gedrückt, damit sie mit eigenen Augen sieht, dass dabei nichts passiert.
Heute: Seither telefoniert sie jeden Sonntagvormittag mit den Enkelkindern. Mittlerweile ruft sie selbst an, nicht mehr umgekehrt.
„Speicher voll“ – und 20 Jahre Fotos darauf
Ehepaar W. · Brunn am Gebirge · rund 2 Stunden
Die Situation: Das Handy meldete seit Wochen, der Speicher sei voll, und ließ keine neuen Aufnahmen mehr zu. Löschen wollte trotzdem niemand etwas – aus Angst, dass damit die Bilder von der Hochzeit der Tochter für immer weg wären.
Was ich gemacht habe: Zuerst habe ich alle Fotos doppelt gesichert: einmal auf eine externe Festplatte, die im Kasten liegt, und einmal automatisch in die Cloud. Erst danach – als beide auf dem Bildschirm gesehen haben, dass wirklich alles da ist – habe ich mit ihnen über 2.000 doppelte und unscharfe Aufnahmen gelöscht.
Heute: Das Handy hat wieder Platz, neue Fotos sichern sich von selbst, und die schönsten Bilder laufen jetzt als Diaschau am Fernseher.
Drei Fernbedienungen und kein ORF
Frau K., 80 · Baden · rund 75 Minuten
Die Situation: Nach dem Kauf eines neuen Fernsehers lagen drei Fernbedienungen am Wohnzimmertisch, die Sender waren in einer wilden Reihenfolge, und in Filmen waren die Stimmen so leise, dass die Musik alles übertönt hat.
Was ich gemacht habe: Ich habe alles auf eine einzige Fernbedienung zusammengelegt, die Sender in die gewohnte Reihenfolge gebracht – ORF 1 und 2 wieder auf Platz 1 und 2 – und den Klarsprache-Modus aktiviert, der Stimmen hervorhebt. Die beiden anderen Fernbedienungen liegen beschriftet in der Lade, falls sie doch einmal gebraucht werden.
Heute: Fernsehen geht wieder mit zwei Knöpfen. Auf dem Zettel daneben steht in großer Schrift, welcher Knopf was macht.
Wenn die Bankfiliale zusperrt
Herr M., 76 · Vösendorf · zwei Termine
Die Situation: Seine Filiale wurde geschlossen, Überweisungen sollte er künftig mit einer App am Handy erledigen. Sein Problem war weniger die Technik als die Sorge, mit einem falschen Fingertipp Geld zu verlieren.
Was ich gemacht habe: Ich habe die offizielle Banking-App mit ihm eingerichtet, und er hat zwei Überweisungen zur Übung gemacht – die erste über einen Euro an ihn selbst. Danach habe ich aufgeschrieben, was seine Bank niemals tut: nie unaufgefordert anrufen, nie nach TAN oder Passwort fragen, nie einen Link zum Anklicken schicken.
Heute: Er überweist Miete und Rechnungen seit einem halben Jahr selbst. Bei größeren Beträgen ruft er vorher kurz an – und das ist völlig in Ordnung.